Der Amazonas, real und imaginiert

05 July 2021
Der Sammelband „Amazonia: Anthology as Cosmology“ zur Festivalausgabe 2021 beschäftigt sich mit Mythen und Ahnen, Territorien und Ausbeutung, Gewalt und Widerstand.
Credits: Cover image: Chonon Bensho. Jene Nete. 2018.

Begleitend zur Festivalausgabe 2021 Amazonas gibt CULTURESCAPES den Band „Amazonia: Anthology as Cosmology“ heraus. Er widmet sich dem Amazonasgebiet, seinen Völkern, seinen Verbündeten und seinen nichtmenschlichen Geistern und ihren unzähligen materiellen und immateriellen Praktiken, von bestimmten Kosmopolitismen und Bildsprachen bis hin zu vergangenen und gegenwärtigen Formen des Widerstands.

Die Künstler, Ältesten, Schriftsteller*innen, Theoretiker*innen, Schaman*innen, Kurator*innen, Dichter*innen und Aktivist*innen, deren Ideen, Bilder und Kämpfe dieses Buch umfasst, beschäftigen sich in den verschiedensten Linien (und Kreisen) ökologischen und epistemologischen Denkens mit Amazonien – sowohl als Ort, als auch als Blickwinkel.

Durch ihr Geflecht aus Stimmen, Mythen, Ahnen, Territorien und all ihren radikalen Subjektivitäten verstehen wir Sprache in dieser Anthologie in einem erweiterten Sinn: als Zeugnis, Textil, Gemälde, Fluss, Wald, Tier, Ahne, Lied, Geist und heilige Medizin.

„Amazonia: Anthology as Cosmology“ fragt nach dekolonialen Feminismen und indigenen Zeitlichkeiten, externalisierter Erinnerung und Auslöschung, heiligen Pflanzen im Schatten von Pandemie, konzernstaatlichem Extraktivismus und systemischer Gewalt, den aktivistischen Möglichkeiten der mythischen Imagination und den gemeinsamen visuellen Matrizen des amazonischen Universums.

Der Sammelband setzt sich auch mit dem westlichen Imaginären des Amazonas auseinander, sowohl mit seinen kolonialen Wurzeln im Rassenkapitalismus als auch mit seiner unternehmerischen, technologischen und paternalistischen Gegenwart.

Im Mittelpunkt steht jedoch das Amazonasgebiet selbst, in all seinen vielfältigen und numinosen Welten und Sprachen – visuell, mündlich, botanisch, uralt, kosmologisch –, durch die es erzählt, weitergegeben und wieder erzählt wird.

Mit Beiträgen von Maria Thereza Alves und der Vereinigung der Bewegung indigener Agroforstwirtschaftler von Acre (AMAAIAC), Claudia Andujar, Denilson Baniwa, Maria Belen Saez de Ibarra, Christian Bendayán, Chonon Bensho, Rita Carelli, Enrique Casanto, Felipe Castelblanco, Carolina Caycedo, Taita Hernando Chindoy, Smith Churay, Víctor Churay, Tiffany Higgins, knowbotiq, Davi Kopenawa, Ailton Krenak, Gredna Landolt, Nereyda López, Renata Machado Tupinambá, Maurício Meirelles, Gerardo Petsaín, Aníbal Quijano, Djamila Ribeiro, Abel Rodríguez (Mogaje Guihu), Pamela Rosenkranz, Bárbara Santos (mit Cuenco de Cera, Reynel Ortega und Stephen Hugh-Jones), Shoyan Shëca (Roldán Pinedo), Paulo Tavares, Daiara Tukano, Eduardo Viveiros De Castro, Márcia Wayna Kambeba, Santiago Yahuarcani, und anderen.

Herausgegeben wird der Band von CULTURESCAPES-Kuratorin Kateryna Botanova und Quinn Latimer, in Zusammenarbeit mit dem in Berlin ansässigen Verlag Sternberg Press. Gestaltet hat ihn Gaile Pranckunaite.

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