Der Mond im Amazonas

13 April 2021
Umweltzerstörung, Aneignung von Regenwaldgebieten, Morde – sind das Zeichen einer neuen Kolonisierung? Die neuste Produktion von Mapa Teatro geht unbequemen Fragen nach.
Credits: Mapa Teatro / Berlin Biennale

Mit La Luna en el Amazonas geht Mapa Teatro einmal mehr von einem realen Ereignis aus. Vom bewussten Rückzug einer Indigenen Gemeinschaft Ende des 19. Jahrhunderts, die sich angesichts des gewaltsamen Eindringens von Siedlern in ihrem Gebiet im kolumbianischen Amazonas isoliert, spannt die neuste Produktion von Heidi und Rolf Abderhalden einen Bogen bis in die Gegenwart. Wissenschaftliche und fiktive Texte, Bildmaterial, Zeitzeugnisse, elektronische Klänge und Live-Musik bilden die Grundlage für eine futuristische Ethno-Fiktion, in der Geschichte, Aktualität und und ausgefallene Anekdoten verschmelzen.

La Luna en el Amazonas, ko-produziert mit CULTURESCAPES, feiert Premiere an der Ruhrtriennale und wird im Rahmen von CULTURESCAPES 2021 Amazonas an der Kaserne Basel aufgeführt. Die zwei Aufführungen erfolgen im Rahmen von KASERNE GLOBÂLE, einem zehntägigen Südamerika-Schwerpunkt der Kaserne Basel in Kooperation mit CULTURESCAPES.

In der Fortsetzung ihrer Trilogie Anatomia de la Violencia en Colombia, die verschiedene Facetten des kolumbianischen Bürgerkriegs beleuchtete, schaffen Heidi und Rolf Abderhalden eine Form des poetischen Widerstands gegen die ideologische und ökologische Gewalt der Gegenwart und gehen der Frage nach: Die Umweltzerstörung, die Aneignung von Regenwaldgebieten durch multinationale Konzerne, die Morde an Vertreter*innen indigener Gemeinden oder Umweltorganisationen – sind das alles Zeichen einer neuen Kolonisierung?

Mapa Teatro versteht sich als Labor für transdiziplinäres Kunstschaffen. Heute mit Sitz in Bogota, wurde es 1984 in Paris vom kolumbianisch-schweizerischen Künstler*innen- und Regisseur*innenpaar Heidi und Rolf Abderhalden gegründet. In den letzten Jahren hat sich Mapa Teatro in seinen Produktionen auf Ereignisse konzentriert, die Mikropolitik und Poetik vereinen.

Der erste Teil der Trilogie Anatomia de la Violencia en Colombia, Los Santos
inocentes (Die unschuldigen Heiligen, 2010), wurde als erstes kolumbianisches Theaterstück vom Festival d'Avignon eingeladen. Das Stück, wie auch die beiden anderen Teile der Trilogie wurden auf zahlreichen weiteren europäischen und internationalen Festivals gezeigt.

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